Ehrungsabend bei der SPD-Frammersbach

06. Oktober 2015

Einen Blick auf die großen politischen Herausforderungen unserer Zeit warf Heidi Wright, MdB a.D. in ihrer zentralen Ansprache im Rahmen des Ehrungsabends des Frammersbacher SPD-Ortsvereins. Im Zentrum standen dabei in Anbetracht der aktuellen Situation die weltweiten Flüchtlingsströme.

Wie Ortsvereinsvorsitzender Christian Holzemer in seiner Begrüßung ausführte, hat sich der Ortsverein bewusst den Tag des Flüchtlings und Vorabend zum Tag der Deutschen Einheit für den Ehrungsabend gewählt. „Wir möchten heute daran erinnern, dass es die Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr war, die wesentlich zur Befriedung des Kontinents und der späteren deutschen Einheit beigetragen hat.“ Außerdem wolle man an Beispielen aus der Geschichte der Sozialdemokratie aufzeigen, dass sich die SPD nie vor schwierigen Situationen weggeduckt hat und daraus Kraft schöpfen sollte, um sich der aktuellen Flüchtlingssituation zu stellen.
Momentan wird immer wieder auf die christliche Prägung unseres Landes hingewiesen. „Wenn uns diese christlichen Werte wichtig sind, dürfen wir nicht zuschauen, wie die Menschen hinter Stacheldraht eingepfercht werden oder im Mittelmehr ertrinken!“
In diesem Zusammenhang wies er auch die wichtige Rolle der Kirche bei der Betreuung von Flüchtlingen hin. Was sich auch hier vor Ort in Frammersbach eindrucksvoll zeige. Allerdings richtete er auch einen deutlichen Appell an die handelnden Politiker endlich Fluchtursachen zu bekämpfen. „Wir können die aktuellen Flüchtlingszahlen noch verkraften. Zur Ehrlichkeit gehört aber auch, dass dies auf Dauer unser Land überfordert!“

An diesem Punkt hakte auch Wright in ihrer Ansprache ein. Die zentrale Aufgabe ist es, Lösungen für die Konflikte auf der Welt zu finden. Dazu zählt eine ernsthafte Wiederaufnahme des von Willy Brandt gestarteten Nord-Süd-Dialogs. Die Ausbeutung der sogenannten „dritten Welt“ ist Grund für bittere Armut, Hunger und Not. Wenn Eltern nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen, werden sie ihre Heimat verlassen.

Vor allem gilt es aber immer wieder Anläufe für diplomatische Lösungen von Konflikten zu suchen. Das militärische Eingreifen der letzten Jahrzehnte hat in weiten Teilen zur weiteren Destabilisierung geführt. Sie hob hier das Nein zur aktiven Beteiligung deutscher Streittruppen im Irakkrieg hervor. „Wir wurden für diese Entscheidung teilweise heftig attackiert. Die Aufdeckung der gefälschten Beweise und die Folgen dieses Krieges haben uns im Nachhinein recht gegeben“, so Wright. Sie erinnerte die Anwesenden auch an einen einmaligen Vorgang in diesem Zusammenhang. Die damalige Oppositionsführerin Angela Merkel viel der eigenen Regierung in Washington bei dieser zentralen außenpolitischen Entscheidung in den Rücken.

„Nun sind besonnene Politiker wie Frank-Walter Steinmeier gefragt, unermüdlich zu versuchen die Konfliktparteien an einen Tisch zu bringen und dafür zu arbeiten, Kriege zu beenden. Erst wenn die Menschen nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen, werden sie in ihre Heimat zurückkehren können.“
Als eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sieht Wright den Umwelt- und Klimaschutz. „Wir überfordern unseren Planeten und müssen endlich ernsthaft am Klimaschutz arbeiten, um nicht unsere eigene Lebensgrundlage zu gefährden,“ verlangte die ehemalige Bundestagsabgeordnete.
Holzemer dankte für diese engagierte Rede. Die eigene Geschichte mache Mut, diese Herausforderungen anzugehen, sei aber auch Auftrag sich den Aufgaben engagiert zu stellen. Er erinnert daran, dass dies aber nur mit der Unterstützung zahlreicher Mitstreiter funktioniert. Vier Menschen, die der Partei schon 45 Jahre angehören, konnte der Ortsverein an diesem Abend danken . Helga Göller, Herbert Göller, Ruthard Kirsch und Peter Fleischmann. Harald Schneider überbrachte den Dank des Kreisverbandes und überreichte zusammen mit Holzemer und der stellvertretenden Vorsitzenden Sandra Völp die Urkunden, Ehrennadeln und ein Präsent des Ortsvereins. In der anschließenden Diskussion berichtete Ortsvereinsmitglied Florian Sauer von seinen Erfahrungen beim Besuch der Flüchtlingsberatung - siehe auch aktueller Bericht

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